„DIE ARMBANDUHR IST EIN SEHR EMOTIONALES OBJEKT “

Der Siegeszug der Armbanduhr


Bei den ersten um 1900 hergestellten Armbanduhren handelte es sich in erster Linie um Einzelstücke oder in geringer Auflage gefertigte Exemplare.

Es ist wohl der Damenwelt zu verdanken, die aus modischen Erwägungen auf den neuen Uhrentyp setzte, dass sich der Verkauf der Armbanduhr sehr schnell beschleunigte.

Auch die Militärs erkannten die Vorteile der Armbanduhr. Es war wesentlich einfacher zum Ablesen der Uhrzeit aufs Handgelenk zu blicken, als eine Taschenuhr umständlich aus der Uniform zu ziehen.

Auch sportlich aktive Menschen waren von den Zeitmessern am Lederband begeistert.

Bereits 1925 besaß die Armbanduhr einen Marktanteil von 35 Prozent - fünf Jahre später bereits 50 Prozent.

Die Nachfrage nach Taschenuhren ging stetig zurück, der Siegeszug der Armbanduhr mit ihren winzigen Teilen und Zahnrädchen war - zum Leidwesen vieler Uhrmacher - nicht mehr aufzuhalten.


 

 

 

 
 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Brevet No. 29.976

Ein Gehäuse für Armbanduhren mit beweglichen Bandanstößen wurde von
Schild Frères & Co., Granges,

am
20. Januar 1904

als Patent, unter der Nummer
29.976,
angemeldet.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Zylinderhemmung

Die Zylinderhemmung wurde von den englischen Uhrmachern Thomas Tompion und George Graham um 1700 erfunden.
Bei dieser Hemmung läuft das Zylinderrad (Hemmrad) mit seinen Dreieckszähnen durch eine Öffnung der als hohlen Zylinder ausgeformten Unruhwelle.

Die Zylinderradzähne gleiten an den Zylinderwandkannten entlang und übertragen dabei die Drehbewegung des Räderwerkes in eine Schwingbewegung der Unruh.

Im 18. und 19. Jahrhundert wurden Uhren mit diesem Hemmsystem in großen Stückzahlen produziert .

Die Zylinderhemmung wurde jedoch bald von der viel genaueren Ankerhemmung abgelöst .


Viele Zylinderkaliber wurden deshalb modifiziert und auf Ankerhemmung umgerüstet. Zwischen Hemmungsrad und Unruhwelle wurde ein Verbindungsglied mit zwei Rubinpaletten - in Form eines Ankers- eingebaut. Daher auch der Name "Ankerhemmung".
Kaliber 78 und 82
wa
ren ursprünglich Zylinderkaliber.
Wegen der ungenügenden Gangleistungen werden Zylinderhemmungen heutzutage nicht mehr verwendet.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Rechteckige Armbanduhren

In den dreißiger-Jahren erfreuten sich die rechteckigen Armbanduhren besonderer Beliebtheit und rangierten in der Käufergunst ganz oben.


1938 stellte Eterna 10 neue Werke vor, darunter 6 rechteckige.


Kaliber 780            4'''

Kaliber 655    4 1/4'''

Kaliber 616    5 1/4'''

Kaliber 770    6 3/4'''

Kaliber 740    7 3/4'''

Kaliber 710    8 3/4'''

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 


Armbanduhr
en

Zeitmesser am Handgelenk

 

 

 

 

 
Eine der frühen Damen-Armbanduhren. Thula-Silbergehäuse, Emaile-Zifferblatt mit Goldauflage und roter 12.
Seltene Zifferblattbezeichnung - Schild Fréres & Co.
 
 
 

 

Innendeckel mit SFC Logo.

 

 

 

Werk  Nr: 1 785 006     Gehäuse Nr.  1 717 330

Kaliber 78

 

 

 

 

 

 

Bracelets ancre et cylindre, avec attaches mobiles.
Brevet No. 29.976


Zeitschriften-Reklame für Taschenuhren und eine der ersten Eterna Armbanduhren.

1909

 

 

 

Sehr frühe Damen-Armbanduhr aus 935er Silber mit beweglichen Bandanstößen.
Emaile-Zifferblatt mit Goldauflage und roter 12.

Werk  Nr: 1 819 168     Gehäuse Nr.  1 787 348

Kaliber 78

 

 

 

 

 

 

 

Damen-Armbanduhr mit Zylinderwerk.
Thula-Silbergehäuse aus 935er Silber mit beweglichen
Bandanstößen
und flexiblem Gliederarmband.
Emaile-Zifferblatt mit Goldauflage und roter 12.

Werk  Nr: 1 629 5XX     Gehäuse Nr.  1 787 062
Wer die "rote 12" erfunden hat,
ist unbekannt. Jedenfalls ist sie gegen 1910 aufgetaucht, wurde
von allen Herstellern kopiert, und ist ca. 1920 wieder verschwunden.
Den Höhepunkt in der Popularität erreichte der kleine
Farbfleck auf den Zifferblättern 1915.

 

 

1921

Briefkopf der Fabrik
"Eterna, Schild Frères & Co."
1921

 

 

Frühe Damen-Armbanduhr
Brüniertes Gehäuse aus Stahl
Krone und Glasrand aus Rotgold

 

 

 

 

 

 

2 Damentaschenührchen, die auch am Arm oder als Anhänger getragen werden konnten.



Links, Kaliber 82   10'''   Werk  Nr: 2 318 576     Gehäuse Nr.  2 726 7XX 


Rechts, Kaliber 78
   10'''   Werk  Nr: 1 907 191     Gehäuse Nr.  2 830 4XX 
In 3 Lagen reguliert.

 

 

 

 

 

 

"Carré cambré"

 

Herrenarmbanduhr um 1926.

Dreiteiliges Scharniergehäuse aus 935er Silber mit angelöteten Bandanstößen

Emaile-Zifferblatt mit 24 Stunden-Indikation.

Werk  Nr: 2 171 6XX     Gehäuse Nr. 2 352 800 
13-liniges Ankerwerk mit bimetallischer Kompensationsunruh.
Gehäuseform: "Carré cambré"

 

 

 

 

Herrenarmbanduhr um 1936 - im Stil der zwanziger Jahre.

Dreiteiliges Scharniergehäuse aus 925er Silber mit in das Gehäuse integrierten Bandanstößen
und angelöteten Stegen
Zweifarbiges-Zifferblatt mit 24 Stunden-Indikation.
Zifferblatt und Zeiger mit Radium belegt.

Werk  Nr: 2 607 540     Gehäuse Nr. 2 372 1XX
12-liniges Ankerwerk mit 15 Rubinen und bimetallischer Kompensationsunruh.
Dieses Kaliber wurde mit der ersten Eterna- Stosssicherung versehen.

Kaliber 520

Gehäuseform: "Carré cambré"

 

Die erste Eterna-Stosssicherung - ein flexibel gelagerter Deckstein.

 

 

 

 

 

 

Herrenarmbanduhr.
Scharniergehäuse mit festen Bandanstößen
.
Kaliber 360

 

 

 

Herrenarmbanduhr.
Scharniergehäuse aus Gelbgold mit festen Bandanstößen
.

 

 

Meisterwerke feinmechanischer Miniaturisierung

 

Mitte der 1920er-Jahre erschienen die ersten rechteckigen Armbanduhren mit rechteckigen oder leicht abgerundeten tonnenförmigen Werken.

1930 stellt Eterna das baguetteförmige Kaliber 610 vor. Werktypen mit der Bezeichnung "Baguett" haben ein Größenverhältnis von mindestens 3:1 . Dieses Werk, ist neben dem Jaeger Le Coultre Werk 101, das kleinste je gebaute Baguette-Werk. Während die Konkurrenz aus dem Vallée de Joux jede Menge Handarbeit benötigte um den Winzling zu fertigen, lies sich das 610 weitestgehend durch den Einsatz modernster Maschinen herstellen.
Eingeschalt wurde es in einfache Silbergehäuse, oder wie bei diesem Werk, in hochwertige handgefertigte, handgravierte aus mehrfarbigem Gold bestehende Scharniergehäuse im Art-Déco-Stil.

 

 

 

Damenarmbanduhr.
Elegantes Scharniergehäuse aus Weißgold mit Rotgoldeinlage. Feste Bandanstöße
.

Ein Meisterwerk feinmechanischer Miniaturisierung
Kaliber 610

Werk  Nr: 2 627 119
 Gehäuse Nr. 2 549 6XX

 

 

 

 

 
Damenarmbanduhr.
Scharniergehäuse und Armband aus Weißgold.
Gehäuse und bewegliche Bandanstöße
mit Diamanten besetzt.

Kaliber 655    4 1/4'''

Werk  Nr: 2 798 982
 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Herrenarmbanduhr.
Zweiteiliges Containergehäuse
mit Reiß-Krone.

Um 1930 wurden erstmals diese wassergeschützten Uhrgehäuse produziert deren Mittelteil und Boden aus einem Stück gefertigt waren. Um das Werk herausnehmen zu können wurde eine zweiteilige Aufzugwelle konstruiert.

Mit einem kräftigen Zug an der Krone kann diese von der Aufzugwelle getrennt werden und ermöglicht somit, nach entfernen des Glases, den Zugang zum Werk.

 

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Kaliber 1025 S

8 3/4'''

 

 

 

 

 

 

 

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© Gerhard Schmidt 2008